Es ist geschafft, mein zweiter Start auf der Langdistanz bei der Feuerwehr WM in Roth war eine glatte Punktlandung.
Nachdem alles verpackt war ging es am Donnerstag samt Wohnwagen auf nach Roth. Nach 7 Stunden Autofahrt schlugen wir unser Domizil auf dem „Campingplatz“ in Eckersmühlen auf.
Am Freitag stand die große Nudelparty auf dem Festplatz an. Da ich diese im letzten Jahr schon völlig beeindruckend fand, ging es diesmal samt Familie, die auch mit angereist war, auf zur großen Henkersmahlzeit
Bis zu dem Zeitpunkt an dem ich das Rad Samstag Nachmittag einchecken musste war ich noch ganz cool, was sich jedoch dann schlagartig änderte.
Da wir letztes Jahr im Posthorn (Eckersmühlen) eine lustige Nudelparty erlebt hatten, reservierte ich direkt wieder einen Tisch für Samstag Abend. Leider hatte der Besitzer gewechselt und die Nudelparty wurde ein großer Reinfall.
Das all you can eat sah so aus, dass man einen Teller Nudeln bestellte und ein halben Teller voll bekam. Nachdem wir auf den zweiten Teller ca. 20min warten mussten wurde meine Geduld auf eine harte Prüfung gestellt. Bei dem nächsten Nachschlag habe ich dann direkt zwei Teller bestellt, worauf ich wahrscheinlich heute noch warten müsste.
Also ging es wutentbrannt in einen Supermarkt um Nudeln zu kaufen und unsere eigene Nudelparty im Wohnwagen fortzuführen. Und dann kam der Tag auf den alle (nicht nur ich) gewartet hatten…
Um 3:30 Uhr war die Nacht vorbei. Nach einem ruhigen Frühstück ging es dann um halb 6 ab zum Start. Mein Start war um 6:50 Uhr, so dass ich noch genug Zeit hatte alles vorzubereiten bevor es losging.
Nachdem der Schwimmstart im Main-Donau-Kanal ganz gut für mich verlief, hatte ich recht schnell meinen Rhythmus gefunden. Als die Uhr beim Schwimmausstieg bei 1:08:55 (3:31 km/h) stand, wollte ich meinen Augen nicht glauben. Im Gegensatz zum letzten Jahr, hatte ich meine Zeit um 10min verbessert!
Also ging es ab ins Wechselzelt, wo ich mich mit einer Wechselzeit von 3:37 min. auch verbessert hatte. Der Wechsel aufs Rad lief ohne Probleme doch leider bekam ich in der linken Kniekehle Schmerzen, so dass ich die Kraft auf der 180km langen Radstrecke aus dem rechten Bein nehmen musste. Das Highlight war natürlich wieder der Solarer Berg mit seinen Menschenmassen. Man kann es gar nicht beschreiben was man dort erleben darf. Man muss es einfach selbst erleben…
Nach einer Zeit von 5:08.25 Std. (35:02 km/h) ging es zu einem 2. perfekten Wechsel mit einer Zeit von 1:15min ging es auf den anschließenden Marathon.
Am Anfang merkte ich, dass sich die Beine ganz gut anfühlten und ich wie erhofft keine Probleme mit der Kniekehle hatte. Ich lief also zunächst in einem 4:32er Schnitt an. Diesen konnte ich auf den ersten 12 km gut halten bevor ich ab Kilometer 13 einbrach. Ich fühlte mich einfach nur schlecht. Das diese Situation kommen würde war mir klar, doch leider für mich etwas früh da ich ja noch 29 km vor mir hatte.
Also hieß es Augen zu und durchhalten. Nachdem mir klar war, dass ich die letzten 12km in einer Stunde laufen müsste um noch eine Chance zu haben die 10 Stunden Marke zu knacken, kam ich wohl in das bekannte Runninghigh, so dass ich das Tempo zum Schluß auf 4:30 min/km erhöhen könnte.
Die letzte Motivation gab es dann noch ca. 2 km vorm Ziel von Nicole, Mutti, Schwester Anja und Schwager Micha die nur brüllten Du schafftst das noch!!! Als es in den Zielkanal ging stand die Uhr bei 9:59:10 Std. Ich dachte nur: Das darf nicht wahr sein, das pack ich noch! Im gleichen Augenblick sah ich wie ein Athlet seine Tochter an die Hand nahm um mit ihr ins Ziel zu laufen.
Es ist ein Traum von jedem von uns wenn man sein selbst gestecktes Ziel erreicht und mit seinem Kind/ern den Zieleinlauf erleben darf, doch gerade in meinem Fall war es gerade eher ungünstig.
Ich wollte doch nur noch rennen. Also hieß es schnell an dem Athleten vorbei. Ich hörte nur noch ein Entschuldigung von dem Läufer (muss wohl recht zügig an ihm vorbei gelaufen sein) Letztendlich hätte ich mich noch entschuldigen müssen, da man sowas ja nunmal eigentlich nicht mach, aber ich sah nur noch auf meine Uhr. Stolpernderweise bin ich dann über die Ziellinie geflogen und meine Uhr zeigte 10:00:01 Std. an.
Ich war schlagartig absolut enttäuscht und wollte nur noch raus aus dem Zielbereich. Was ich nicht wusste war, dass Nicole mit Markus Satory während ich auf der Laufstrecke war in telefonischem Kontakt stand und sie die genaue Zeit hatte. Ich hörte nur noch DU HAST ES GESCHAFFT!!!
Danach brach ich ersteinmal heulend zusammen. Es war der absolute Wahnsinn in einer Zeit von 9:59:59 Std die Ziellinie zu überqueren. Ohne die Unterstützung von meiner Mutter, Schwester, Schwager und natürlich meiner Freundin Nicole die wahrscheinlich genauso gelitten hat wie ich, hätte ich die 10 Stunden Marke wohl nicht knacken können.
DANKE!!!
Facts: Zeit 9:59:59 Std Platzierung WM Feuerwehr 19. Gesamtplatz 5. Platz AK 30weitere Ergebnisse hier klicken
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